Neuroleadership in der Spitex
Personalmangel, Zeitdruck, hohe Verantwortung: Der Spitex-Alltag fordert Mitarbeitende täglich stark. Sabrina Bürgi, Leitung Kerndienste, RegioSpitex Limmattal, ausgebildete Pflegefachfrau und Wundexpertin, zeigt auf, wie Neuroleadership helfen kann, Unternehmenskultur und Zufriedenheit zu stärken – nicht mit mehr Ressourcen, sondern mit bewusster Führung.
Sabrina Bürgi ist seit sieben Jahren in Führungsfunktionen tätig. Bei der RegioSpitex Limmattal vertiefte sie ihre Praxis mit einem EMBA an der Kalaidos Fachhochschule, Schwerpunkt Arbeits- und Organisationspsychologie. Ihre Leitfrage: Mit welchen Methoden kann Neuroleadership eine positive Unternehmenskultur und Mitarbeitendenzufriedenheit fördern – trotz struktureller Engpässe in der Spitex?
Neuroleadership verbindet Erkenntnisse aus der Neurowissenschaft mit Führungspsychologie. Es geht davon aus, dass Führungsverhalten weniger rational, sondern stark durch soziale und emotionale Prozesse im Gehirn geprägt ist.
Der Fall «Lisa» – ein bekanntes Muster
Um den Ansatz greifbar zu machen, schildert Sabrina Bürgi eine typische Situation aus dem Alltag. «Lisa» ist Pflegefachperson, arbeitet 80 Prozent, ist engagiert, springt ein, übernimmt Verantwortung. Auf sie ist Verlass. Bis sie krank wird. Erschöpft. Ausgebrannt. Und plötzlich mit Kündigungsgedanken.
Die Reaktion der Führung? Oft ein Schulterzucken: «Wir haben es kommen sehen.» Oder Sätze wie: «Da müssen wir jetzt durch», «Wir haben zu wenig Ressourcen», «Unsere Arbeit können wir nicht auf die Seite schieben.» Gut gemeint – neurobiologisch jedoch problematisch.

Der führungsblinde Fleck im Spitex-Alltag
Solche Aussagen senden klare Signale an das Gehirn der Mitarbeitenden. Sie verstärken Stress, Bedrohungsgefühle und das Empfinden, austauschbar zu sein. Genau hier sieht die Referentin einen «führungsblinden Fleck» im Spitex-Alltag. Die zentrale Frage lautet: Ist Lisas Ausfall ein individuelles Problem – oder ein systemisches Führungsproblem?
Was nachweislich wirkt
Die Ergebnisse ihrer Masterarbeit decken sich mit bestehenden Studien. Entscheidend sind drei Faktoren:
Psychologische Sicherheit: Mitarbeitende müssen sich sicher fühlen, Belastungen anzusprechen.
Klarheit und Transparenz in der Kommunikation: Unklarheit erzeugt Stress.
Empathie und Wertschätzung im Führungsverhalten: Nicht als Schlagwort im Leitbild, sondern im Alltag erlebbar.
Neuroleadership bedeutet im Spitex-Kontext nicht weniger Druck, sondern mehr Wirkung durch bewusstes Führungsverhalten.
Welche Signale senden Sie?
In einem System, das Mitarbeitende stark fordert, entscheidet Führung mit darüber, ob Menschen ausbrennen – oder bleiben. Führungskräfte prägen täglich, oft unbewusst, die «Gehirnsignale» ihrer Teams.
Die abschliessende Frage von Sabrina Bürgi an das Publikum: Welche Signale senden Sie heute an das Gehirn Ihrer Mitarbeitenden?
Erkenntnisse
- Führung sendet neurobiologische Signale
Was Führungskräfte sagen und wie sie kommunizieren, beeinflusst direkt Stress, Sicherheit und Motivation im Gehirn der Mitarbeitenden. - Überlastung ist oft systemisch, nicht individuell
Fälle wie «Lisa» sind selten Einzelfälle, sondern Ausdruck von Führungs- und Kulturmustern, die Belastung verstärken oder auffangen. - Psychologische Sicherheit ist ein zentraler Wirkfaktor
Offene Kommunikation, Klarheit und erlebte Wertschätzung reduzieren Stress und entscheiden mit darüber, ob Mitarbeitende bleiben oder ausfallen.
Zitate Sabrina Bürgi
«Gut gemeinte Sätze können neurobiologisch genau das Gegenteil von dem bewirken, was wir erreichen möchten.»
«In der Spitex entscheidet Führung mit, ob Mitarbeitende ausbrennen – oder ob wir sie halten können.»
Service
Deklaration: Das Referat wurde aufgezeichnet und dieser Text ist mittels KI entstanden.
