Spitex-Kopf der Woche

Isabel Egli

Isabel Egli, Shaolin Challenge-Teilnehmerin

Shaolin Challenge führte Isabel Egli neun Tage in den abgelegenen Yongmunsa-Tempel. Weg von Schwinghosen, hinein in die Welt der Shaolin – mit vier bis fünf Trainings täglich, ohne Uhr, ohne Handy. Egli biss sich durch, meditierte gegen den Schmerz an und zerschlug am Ende sogar eine Granitplatte.

Was sie aus Korea mitnahm, hilft ihr heute im Alltag als technische Leiterin bei der Spitex Region Willisau: Grenzen setzen. «Habe keine Gegenerwartungen», riet ihr Meister Shi. Ein Satz, der blieb. Früher sagte sie oft Ja, sprang für andere ein, stellte sich hinten an. Heute fragt sie sich: Habe ich Kraft und Energie?

Disziplin kennt die Schwingerkönigin aus dem Sport. Doch im Tempel lernte sie, dass mentale Stärke auch heisst, loszulassen. Kameras, Verpflichtungen zu Hause, Sorgen um die Grossmutter – mit der Zeit blendete sie alles aus und lebte im Moment.

Ein Ritual ist geblieben: Wenn der Spitex-Alltag hektisch wird, sucht sie die Ruhe, atmet tief durch und ordnet ihre Gedanken. Nur ein paar Minuten – aber genug für einen kühlen Kopf.

LinkedIn: Isabel Egli

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Hardy Jäggi Richard Aschberger

Hardy Jäggi | Richard Aschberger, Co-Präsidenten

Politisch trennen sie Welten, in der Sache ziehen sie am gleichen Strick: Richard Aschberger (SVP) und Hardy Jäggi (SP) führen seit einem halben Jahr den Spitex Verband Kanton Solothurn SVKS im Co-Präsidium. Entstanden ist die Konstellation aus der Not – und sie funktioniert.

Jäggi war bereits Vizepräsident, wollte das Präsidium aber nicht alleine übernehmen. «Sonst hätte es geheissen: Der Spitexverband ist links», sagt der SP-Kantonsrat. Weil sich keine Nachfolge fand, fragte er Aschberger an. «Ein politisches Gleichgewicht war mir wichtig.» Der SVP-Kantonsrat und Spitex-Präsident von Grenchen sagte zu.

Die Zusammenarbeit sei pragmatisch und effizient, betonen beide. «Wir arbeiten digital, haben kurze Wege und ein hohes Tempo», sagt Aschberger. Das Co-Präsidium habe neue Kanäle geöffnet, etwa in den Tarifverhandlungen mit den Gemeinden. «Dass wir politisch unterschiedlich sind, hilft sogar», ergänzt Jäggi.

Im Zentrum steht die Finanzierung. Die Tarife basieren auf zwei Jahre alten Kosten, Teuerung und Lohnerhöhungen werden verspätet abgegolten. «Das ist ein Systemfehler», sagt Aschberger. Viele Spitexorganisationen könnten diese Vorfinanzierung nicht mehr leisten. Zwar gelang zuletzt eine Tariferhöhung, doch das Grundproblem bleibt.

Beide sehen strukturellen Handlungsbedarf. Jäggi fordert grössere Versorgungsregionen: «Kleine Spitexorganisationen können gewisse Leistungen nicht kostendeckend anbieten.» Aschberger rechnet mittelfristig mit Fusionen – auch wenn diese emotional seien.

Verschärft wird die Lage durch den Fachkräftemangel. «Wir haben einen Arbeitnehmermarkt», sagt Aschberger. Abwerbungen und steigende Lohnforderungen treiben die Kosten. Jäggi fordert mehr Zusammenarbeit zwischen Spitex, Heimen, Gemeinden und Spitälern sowie eine konsequentere Ausbildung. «Sonst läuft uns das System davon.»

Trotz politischer Gegensätze sind sich beide einig: Abwarten ist keine Option mehr. Der Leidensdruck steigt – bei den Gemeinden ebenso wie bei der Spitex.

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Denise Birchler

Denise Birchler, Mediensprecherin des Jahres

Wie jedes Jahr haben die Journalistinnen und Journalisten auch dieses Jahr die „Mediensprecherin“ bzw. den „Mediensprecher“ des Jahres gewählt. In der Rubrik „Gesundheit/Spitäler“ holte Denise Birchler, Leiterin Marketing & Kommunikation | Mitglied der Geschäftsleitung bei Spitex Schweiz, die Goldmedaille.

Denise Birchler sieht in der Auszeichung die Bestätigung, dass Spitex Schweiz, bzw. sie und ihr Team gegenüber Journalistinnen und Journalisten– rasch, transparent und klar antwortet– stets Hand zum Dialog bietet– Medienschaffenden auf Augenhöhe begegnet– PR-Floskeln vermeidet– Stories ermöglichet – und nicht verhindert.

Wir sagen: Herzliche Gratulation!

LinkedIn: Denise Birchler

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Anita Baumgartner

Anita Baumgartner, jetzt Pensionärin

Die blaue Spitex-Uniform sitzt wie am ersten Tag. Anita Baumgartner, 71, wirkt drahtig, wach, bereit für den nächsten Einsatz. Letzten Mittwoch ging die diplomierte Pflegefachfrau in Pension – nach 50 Jahre Pflege, davon 35 bei der Spitex – ein Berufsleben im Dienst anderer.

Ihre Berufung beginnt früh. Mit drei Jahren wird sie notfallmässig operiert – und von Schwester Käthy liebevoll umsorgt. Der Wunsch, selbst Krankenschwester zu werden, ist seither unerschütterlich.

Später arbeitet sie 13 Jahre in Kanada, kehrt zurück nach Gaicht und beginnt bei der Spitex Biel-Bienne Regio. Die Arbeit in den Stuben der Menschen liegt ihr: eigenverantwortlich, nah am Alltag, geprägt von Beziehungen. Die Pflege, sagt sie, sei immer auch eine Lebensschule – wenn man Menschen wirklich mag.

Trotz Digitalisierung und Bürokratie ist sie geblieben. Ihre Energie schöpft sie aus Nähe, Vertrauen – und einem Team, das zusammenhält. Nach der Pension? Bleibt sie der Pflege treu: als Co-Präsidentin der Wohnbaugenossenschaft Zuhause am Bielersee. Anita Baumgartner hört nie ganz auf – zum Glück.

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Sina Auer Nathalie Frey

Sina Auer | Nathalie Frey, Unternehmerinnen

Mit ihrem neu gegründeten Start-up Procarenia wollen Sina Auer (28) und Nathalie Frey (33) die ambulante Pflege in der Ostschweiz neu denken – und konkret verbessern. Beide haben als Pflegefachfrauen und Stationsleitungen im Spital gearbeitet und erlebt, wie oft Patientinnen und Patienten nach der Entlassung zu früh, zu wenig oder falsch betreut werden – mit dem bekannten Ergebnis: Wiederaufnahme statt Genesung.«Es ist uns persönlich ein grosses Anliegen, unseren Beitrag zur Verbesserung der Grundversorgung hier in der Region zu leisten», sagt Geschäftsführerin Sina Auer. Procarenia arbeitet dafür eng mit bestehenden Spitex-Organisationen zusammen – mit klarem Fokus auf Qualität und Kontinuität in der Pflege.

Gleichzeitig setzen die beiden Gründerinnen auf bessere Arbeitsbedingungen für Pflegende. «Zufriedene Mitarbeitende sind die Voraussetzung für eine liebevolle, engagierte und kompetente Pflege», sagt Nathalie Frey, Leiterin Pflege. Digitalisierung und KI sollen helfen, Pflegende von administrativen Aufgaben zu entlasten – für mehr Zeit beim Menschen.

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