Neuer Ansatz bei der Personalrekrutierung und -pflege
Kann die Pflege verändert werden? Alessia Schreper von WeNurse ist dezidiert der Meinung, dass dies möglich ist. Sie hat deshalb mit Simon Hodel die Herausforderung angenommen und ihr eigenes Unternehmen gegründet. WeNurse ist aber mehr als eine weitere Rekrutierungsplattform. So vermittelt das Unternehmen Personal, kümmert sich um die Rekrutierung und sorgt dafür, dass die Mitarbeitenden in der Firma bleiben.
Was macht WeNurse konkret?
Alessia Schrepfer: WeNurse bringt Pflege dorthin, wo sie wirkt: in die Praxis. Wir verbinden qualifizierte Pflegefachpersonen mit Organisationen, die Stabilität brauchen – sei es über Temporär- und ad-interim-Einsätze, professionelles Recruiting oder gezielte Begleitung zur Mitarbeitendenbindung. Kurz: Wir stopfen keine Löcher. Wir stärken Systeme.

Pflege kann anders sein: Fairer, nachhaltiger und wirksamer.
Alessia Schrepfer, Co-Founder und Co-CEO von WeNurse
Ich will im Grossen etwas verändern, so die Gründerin. Was hat sich seit dem Start von WeNurse verändert?
Sehr viel – und doch ist das Ziel dasselbe geblieben.
Was heisst Unternehmensgeist und Leidenschaft für nachhaltige Qualität genau?
Unternehmergeist heisst: Mitdenken, Mitentscheiden, Mitverantworten.
Nachhaltige Qualität bedeutet: sorgfältige Auswahl, sauberes Arbeiten und Einsätze, die wirklich etwas bewegen – für Teams, Organisationen und Patientinnen und Patienten.
Wie laufen die auf der Website dargestellten drei Services in der Praxis?
1. Verleih & Ad interim
Unsere Pflegefachpersonen kommen nicht „auf einen Sprung“, sondern bleiben so lange, bis die Vakanz besetzt werden konnte oder in schwierigen Situationen bis Stabilität entsteht – auch in Schlüssel- und Führungsrollen.
2. Recruiting Outsourcing
Wir übernehmen im «white label- Modus» den gesamten Bewerbungsprozess – von der Sichtbarkeit bis zum passenden Match. Weil wir davon überzeugt sind, dass Betriebe nicht einfach nur Fachpersonen anstellen sollten, sondern jene die richtig gut passen. Trotz Fachkräftemangel.
3. Mitarbeitende halten
Wir begleiten Teams und oder Führungspersonen direkt im Alltag. Denn teurer als Temporäreinsätze sind hohe Fluktuationsquoten. Das Ziel sollte in jedem Fall sein: (Top) Mitarbeitende zu halten. Hier unterstützen wir, indem wir unser Konzept auch beim Kunden anwenden. Keine Konzepte für die Schublade, sondern Umsetzung, die spürbar entlastet.
Deckt WeNurse die ganze Deutschschweiz ab?
Ja.
Wie unterscheidet sich das Angebot von anderen Dienstleistern wie Coople, Nurse oder CarePeople?
WeNurse ist keine anonyme Plattform, sondern eine Partnerin auf Augenhöhe. Unsere Pflegefach-personen sind nicht „Ressourcen“, sondern Teammitglieder. Wir setzen auf Qualität statt Masse – und kombinieren Einsatz, Beratung und Strukturaufbau.
Wo liegen die Vorteile für die Spitex bei einer Zusammenarbeit mit der Plattform?
Spitex-Betriebe gewinnen mit WeNurse schnell Entlastung und langfristige Stabilität. Unsere Fach-personen arbeiten selbstständig, denken mit und integrieren sich ins Team. Auch ad-interim-Lösungen für Schlüsselrollen sind möglich.
Was sind die nächsten Entwicklungsschritte von WeNurse?
Wir wollen zeigen, dass Pflege anders arbeiten kann– fairer, nachhaltiger und wirksamer. Und wir wollen das unternehmerische Denken und Handeln im System verankern: innerhalb von WeNurse, aber auch ausserhalb. Dies tun wir mit diversen Initiativen wie unter anderem meine Blogreise «Zwischen den Fronten» auf LinkedIn oder dem Podcast «Nursepreneur».
Der Fokus bleibt auf qualitativer Weiterentwicklung, starken Partnerschaften und Arbeitsmodellen, die Pflegefachpersonen im System halten – statt sie zu verlieren. Hier sind einige Projekte in der Pipeline, welche ich jedoch noch nicht verraten kann.
Alessia Schrepfer
kennt die Pflege von der Basis bis zur Führung – und will sie von unten nach oben verändern. 2022 gründete sie mit Simon Hodel WeNurse, ein Modell, das Pflegefachpersonen Mitsprache, Verantwortung und Stolz zurückgibt. Ihr Ziel: nicht länger starre Hierarchien, sondern Zusammenarbeit auf Augenhöhe. Pflegekräfte sollen als Unternehmerinnen und Unternehmer agieren und das Gesundheitswesen „Bottom Up“ gestalten. Für diese Vision erhielt sie 2024 den SEF.WomenAward.
