Bei der Spitex Schötz hat die Corona-Pandemie dazu geführt, dass die Strukturen angepasst werden mussten. «Es erfüllt mich mit stolz, dass wir innerhalb kürzester Zeit viele Arbeitsprozesse optimieren konnten», sagt Irene Kneubühler, Geschäftsleiterin der Spitex Schötz. Worüber hat sie sich in letzter Zeit geärgert? «Über die steigenden Kosten fürs Material!»

Irene Kneubühler, Geschäftsleiterin Spitex Schötz

Gibt es für Ihre Spitex-Organisation – trotz aller Widerwärtigkeiten – positive Aspekte der Corona-Pandemie? 
Ja, es gibt sie, diese positiven Aspekte. Die Corona-Pandemie stellte unseren Betrieb vor grosse Herausforderungen, sodass die bisherigen Betriebsstrukturen überprüft und angepasst werden mussten. Wenn ich auf die letzten Wochen zurückblicke, erfüllt es mich mit Stolz und Dankbarkeit, dass wir innerhalb kürzester Zeit viele Arbeitsprozesse optimierten und dabei immer das gesamte Team und unsere Kundschaft im Boot behalten konnten. Es zeigte einmal mehr, wie flexibel, umsetzungsstark und vorausschauend unsere Spitex-Organisation agiert. Ein weiterer positiver Aspekt ist die gemeindeübergreifende Versorgung der drei Spitex Organisationen Nebikon-Altishofen, Wauwil-Egolzwil und Schötz, welche einen gemeinsamen Corona-Stützpunkt geschaffen haben. Zudem hat der Kanton Luzern in Zusammenarbeit mit Spitex-Mitarbeitenden den ersten Schweizer Drive-In für Corona Virus-Tests ins Leben gerufen.

Was hat Sie im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie in den letzten Wochen besonders geärgert?
Ein Ärgernis sind die plötzlich ansteigenden Materialkosten wie beispielsweise Einweghandschuhe und Händedesinfektionsmittel sowie die Knappheit von Hygienemasken und Schutzkitteln. Die Abhängigkeit von diesen Artikeln aus dem Ausland ist fatal. Letzteres stellte für uns ein grosses Problem dar, da wir Hochrisikokunden konsequent mit Schutzkitteln pflegen und unsere Reserven rasch aufgebraucht waren. Nach Rücksprache und dank der Hilfe vom Spitex Kantonalverband Luzern bekamen wir vom Kanton Luzern zusätzliche Schutzkittel. Dieser Vorrat wird einige Tage ausreichen. Mittlerweile sind wir daran, selbst Schutzkittel zu nähen.

Professionelle Unterstützung vom Kantonalverband

Welche zusätzliche Unterstützung wünschen Sie sich, damit Ihre Spitex-Organisation die Corona-Pandemie weiterhin gut bewältigen kann?
Wir erhalten im Moment sehr gute und professionelle Unterstützung seitens Kantonalverband sowie der eigens gegründeten Spitex Corona Task Force, welche jeweils durch eine Person der verschiedenen Planungsregionen des Kantons vertreten ist. Darüber hinaus wünsche ich mir, dass auf politischer Ebene der Respekt und die Dankbarkeit gegenüber der Spitex und allen Personen, welche im Gesundheitswesen tätig sind und tagtäglich Grossartiges leisten, über die Corona-Zeit anhält. Auch sollte die gemeindeübergreifende Versorgung vermehrt zum Tragen kommt, da Synergien optimal genutzt werden können.

Die Lockerung des Pandemie-Lockdowns hat begonnen. Welche Entwicklungen erwarten Sie und wie bereiten Sie Ihre Spitex-Organisation darauf vor?
Ich erwarte einen Anstieg an Kunden, da die Spitäler und Arztpraxen selektive Eingriffe wieder vornehmen dürfen. Trotz Lockerung der Massnahmen werden wir als Spitex-Organisation die Entwicklung weiterhin genau beobachten und bis auf Weiteres die strikten Regeln einhalten. Lockerungen im Umgang mit unseren Kunden sowie innerhalb des Betriebes werden schrittweise vorgenommen. Hierzu hilft der Massnahmenkatalog, welcher massgeschneidert auf unsere Organisation erstellt wurde.

Was ist Ihre persönliche Lehre aus der Corona-Pandemie?
Als Geschäftsleiterin ist mir eine klare und transparente Kommunikation sowie Präsenz sehr wichtig. Umsichtige Planung und Organisation halfen, die Krise bis anhin erfolgreich zu meistern. Diese Eigenschaften bestärkten mein Vorgehen. Prospektiv werden wir uns ein etwas grosszügigeres Materiallager anschaffen.