Martin Radtke Leadership

Spitex für Stadt und Land, CH: Kantonal unterschiedliche Vorgaben fordern

«Die Massnahmen sind aufwändig und kantonal unterschiedlich», sagt Markus Reck, Chief Public Affairs und Unternehmenssprecher der Senevita-Gruppe, zu der die Spitex für Stadt und Land AG gehört. Das Unternehmen ist in der ganzen Schweiz tätig. Die grosse Informationsmenge vom Bund und den Kantonen stelle eine Herausforderung dar, sei aber machbar.

Markus Reck,
Chief Public Affairs, Unternehmenssprecher Senevita-Gruppe

Was ist im Moment die grösste Herausforderung für Ihre Spitex-Organisation? 
Es sind zugleich viele, wobei ich hier nur drei aufführen möchte. Erstens: Der Schutz der Gesundheit der Kundinnen und Kunden, deren korrekte Pflege und Betreuung unter Einhaltung der strengen Hygienevorschriften und der damit verbundenen aufwändigeren Abläufe in den Einsätzen. Zweitens geht es darum, die Gesundheit der Mitarbeitenden zu erhalten und sie laufend für die Einhaltung aller Massnahmen zur Hygiene und zum richtigen Gebrauch des Schutzmaterials zu sensibilisieren. Schliesslich und Drittens: Weiterhin – und wie bisher! – über genügend flexibles und engagiertes Pflegepersonal zu verfügen, um alle Einsätze bei den bestehenden Kundinnen und Kunden sicherzustellen und Kapazitäten für neue Einsätze oder Aufträge bei anderen Spitex-Betrieben wahrzunehmen, um diesen bei Problemen beizustehen.

Mit welchen Massnahmen begegnen Sie den Herausforderungen?
Neben den normalen, aktuell noch verschärften Hygienevorgaben für den Spitex-Einsatz setzen wir bereits seit Februar alle Empfehlungen des Bundesamtes für Gesundheit und der Gesundheitsbehörden der Kantone laufend um. Die Massnahmen sind aufwändig und kantonal unterschiedlich, da sie einerseits die Einsätze, die Abläufe oder den Einsatz von Schutzmaterial und andererseits organisatorische Weisungen vorgeben, wie die laufende Meldung von Materialbeständen oder wie im Kanton Wallis die Verpflichtung zur Koordination aller Spitex-Betriebe über die öffentlichen Sozialmedizinischen Zentren in den Regionen.

Unterstützung durch Dritte wäre möglich

Wird Ihre Spitex-Organisation in dieser Ausnahmesituation durch Dritte unterstützt?
Nein, als private Spitex-Organisation werden wir momentan noch nicht aktiv unterstützt. Ich denke aber, dass das abhängig von der Entwicklung in den nächsten Wochen durchaus möglich werden könnte. Da werden wir uns – wie bisher – flexibel darauf einstellen, wenn es soweit ist. Wir sind hier im regen Austausch mit den kantonalen Gesundheitsbehörden und werden von diesen sehr gut informiert und immer auf dem Laufenden gehalten.

Wie ist die Organisation in das übergeordnete Krisenmanagement eingebunden?
Die Coronakrise verlangt von allen viel Flexibilität und grosses Engagement auf allen Ebenen. Wir haben einen Krisenstab am Hauptsitz der Senevita-Gruppe, der die Situation, die Massnahmen und Weisungen laufend sichtet, prüft und intern den betroffenen Betrieben kommuniziert und diesen für Fragen zur Verfügung steht. Aufgrund unserer schweizweiten Tätigkeit stellt die Menge an Informationen aus den Kantonen und vom Bund (BAG, Seco) eine Herausforderung dar, die anspruchsvoll aber handhabbar ist, wenn man wie wir in den Betrieben, Spitex-Filialen und der Zentrale auf erfahrene, kompetente und flexible Mitarbeitende zählen kann!

Welche Erfahrung möchten Sie anderen Spitex-Top-Kadern mitgeben?
In der aktuellen Lage ist es wichtig, sich flexibel, jedoch mit klaren Aufträgen und Aufgaben zu organisieren und auf engagiertes Personal zählen zu können. Ich bin sicher, das wissen alle Spitex-Leiterinnen und -Leiter sehr gut und schätzen aktuell ihre Mitarbeitenden und deren grossen Einsatz ausserordentlich!