Anfangs Jahr hat die Spitex Surbtal-Studenland angekündigt, ein Buch mit Spitex-Geschichten zu publizieren. Inzwischen liegt «Gugelhopf auf dem Kopf» auf manchem Nachttisch. «Wir hatten Freude, unseren Alltag festzuhalten. Das Schreiben hat bestimmt auch geholfen, Situationen zu verarbeiten», sagt Marianne Bestgen, Co-Autorin und Mitarbeitende bei der Spitex Surbtal-Studenland. «Die Geschichten zeigen auch, wie abwechslungsreiche, komplex und vielseitig unsere Arbeit ist.»

Wie hat die Öffentlichkeit Ihr Buch aufgenommen?
Marianne Bestgen: Für unser Buch bekamen wir – und sie trudeln immer noch ein – zahlreiche positive Rückmeldungen. Klientinnen und Klienten strecken mir ihre Hand entgegen und gratulieren mir. Leserinnen und Leser erzählen, dass sie einen ganz neuen Einblick in die Spitex erhielten; sie wussten bis dahin nicht, wie abwechslungsreich, komplex und vielseitig unsere Arbeit ist. Manche Geschichten sind zum Schmunzeln, manche machen nachdenklich. Es gibt Leute, die erzählen, dass unser Buch auf ihrem Nachttisch liegt und sie immer wieder darin lesen. Freude habe ich auch, wenn ich höre, dass unser Buch verschenkt wird. Zum Beispiel an Menschen, die selbst in der Spitex arbeiten.


«Noch heute bin ich mitten im Geschehen, wenn ich eine erlebte Geschichte lese.»

Marianne Bestgen, Co-Autorin und Mitarbeitende bei der Spitex Surbtal-Studenland


Wie viele Bücher wurden bis heute verkauft?
Über 300. Mit Freude unterschreiben wir immer noch jede gewünschte Widmung! 

Unterstützung vom Vorstand

Warum ist es wichtig, Spitex-Geschichten in einem Buch festzuhalten?
Für uns hatte es keine Priorität, ein Buch zu schreiben. Wir hatten Freude, unseren Spitex-Alltag und jenen der Kolleginnen und Kollegen in Worte zu fassen. Das half auch, manchen belastenden oder traurigen Moment nebenbei zu verarbeiteten. Mit Schreiben begannen wir vor einigen Jahren. Diese Geschichten schenkten wir jeweils an Weihnachten unseren Arbeitskolleginnen und -kollegen. Eines Tages ist dann der Entscheid gefallen: Jetzt publizieren wir ein Spitex-Buch! Unser Vorstand unterstützte unser Buchprojekt von Anfang an. 

Welches ist Ihre Lieblingsgeschichte?
Ich habe keine Lieblingsgeschichte. Wenn ich eine selbst erlebte Geschichte lese, fühle ich immer noch dasselbe, wie zum Zeitpunkt, als ich die Begebenheit erlebt habe. Ich bin mitten im Geschehen. Ich weiss, wie es sich anfühlte, kann mich an Düfte, Farben, Emotionen, Dialoge erinnern, alles ist präsent. Wer meinen Mitautor Gabriel Bürgisser und mich kennt, merkt schnell, welche Geschichten von wem geschrieben wurden. Zwei Erzählende, zwei Schreibstile – ein Buch: Das passt! 

Wann darf die Spitex-Community mit einem weiteren Buch rechnen?
Nach Erscheinen des Buches hatten wir Pressetermine mit lokalen Zeitungen und waren jeweils auf der Frontseite mit Foto. Eine Papeterie hatte unser Buch im Sortiment. Wir haben ausgewählte Geschichten über ein Jahr lang in einem Blog publiziert. Das war, das ist schön. Im Moment ist kein weiteres Buch in Planung.


Marianne Bestgen

arbeitet seit 1999 bei der Spitex Surbtal-Studenland. «Als ich 45 Jahre alt war, entschloss ich mich, berufsbegleitend eine Ausbildung zur Hauspflegerin zu absolvieren. Ich habe diese Entscheidung nie bereut. Ich liebe die Begegnungen mit den Menschen und ich schätze es sehr, sie in deren vertrauter Umgebung zu begleiten.»