Die Spitexvereine Linth und Eschenbach-Schmerikon werden zusammengeführt. Ein Powertrio führt die neu zusammengesetzte Organisation ab Anfang 2022. «Die Zeit für einen Zusammenschluss ist reif», sagt Peter Göldi, Präsident der Spitex Linth. «Vor allem wenn man gemeinsame Projekte wie den Ausbau von Palliative Care oder den Aufbau eines Psychiatrie-Teams denkt.»

Spitex Linth und Spitex Eschenbach-Schmerikon gehen ab Januar 2022 gemeinsame Wege. Was war ausschlaggebend für diesen Entscheid?
Es macht keinen Sinn, im Linthgebiet zwei Organisationen dasselbe machen zu lassen. Verschiedene Synergien können bei einem Zusammenschluss genutzt werden: Einerseits in der Administration, aber auch bei der Weiterbildung der Pflegenden. Zusätzlich hat die Spitex Linth bereits verschiedene Fachbereiche, die auch der Spitex Eschenbach-Schmerikon zu Gute kommen. Es sind dies beispielsweise Ausbildung zur Pflegefachperson HF, eine Wundexpertin oder die Einsatzplanung.


«Neu können sich bei Personalengpässen die Pflegeteams aushelfen.»

Peter Göldi, Präsident Spitex Linth


Wie hat die Corona-Pandemie den Entscheid fürs nähere Zusammenrücken beeinflusst?
Sie hat keinen Einfluss auf diesen Entscheid. Es fanden schon früher Gespräche über eine mögliche Zusammenführung statt. Jetzt ist die Zeit reif dafür.

Was für Leistungen kann die neue Organisation anbieten, welche die bisherigen beiden Organisationen nicht oder nur erschwert erbringen können?
Palliative Care und Psychiatrie sind zwei grosse Themen, wie erwähnt. Bei der Spitex Linth gibt es zudem bereits den Abenddienst bis 22 Uhr. Das ist sicher auch eine spannende Option für die Klientinnen und Klienten der Spitex Eschenbach-Schmerikon.

Wie viele Kundinnen und Kunden wird die neue Organisation jeden Monat betreuen?
Das Einzugsgebiet wird neu gut 40’000 Einwohnerinnen und Einwohner umfassen. Die Klientenzahl variiert täglich. Stand heute wären es 350 Klientinnen und Klienten. die neue Spitex Linth wird 85 Mitarbeitende haben.

Ab Januar start in den neuen Strukturen

Welche wichtigen Meilensteine werden noch bis Ende Jahr erreicht, welche Aufgaben werden erst 2022 angegangen?
Da beide Spitexvereine bereits heute sehr ähnlich arbeiten, geht es vor allem um die Integration aller Mitarbeitenden und um das Schaffen eines Zusammengehörigkeitsgefühls und einer einheitlichen Unternehmenskultur. In den nächsten Wochen finden deshalb Meetings statt bei denen es darum geht, sich kennenzulernen und die Abläufe gemeinsam abzusprechen, wo sie noch nicht einheitlich sind. Gerade heute ist beispielsweise die Teamleiterin von der Spitex Eschenbach-Schmerikon bei der Spitex Linth auf Besuch. Sie schaut ihren beiden Kolleginnen bei der Arbeit über die Schulter. Die neue Organisationsstruktur sieht zwei zusätzliche Stellen vor: Eine GL-Assistenzstelle und die Stelle der Leitung Pflege und Haushalt. Hier werden gemeinsam Stellenbeschriebe erarbeitet. Ziel ist es, ab Januar in der neuen Struktur zu starten.

Was bedeutet die engere Zusammenarbeit für die betroffenen Gemeinden?
Neu hat die Spitex Linth neben Uznach, Gommiswald, Kaltbrunn, Benken, Schänis, Weesen und Amden auch mit Eschenbach und Schmerikon eine Leistungsvereinbarung ab Januar 2022. Der grosse Vorteil ist, dass sich die Pflegeteams bei Personalengpässen aushelfen können und so alle Klientinnen und Klienten bestmöglich betreut werden können.


Powertrio

Mit der Geschäftsleitung wird die bisherige Spitex-Linth-Leiterin Christine Schnyder betraut. Ihre Kollegin von Eschenbach-Schmerikon, Astrid Gonçalves Dias, wird als Mitglied der Geschäftsleitung die neu geschaffene
Stelle Leitung Pflege und Haushalt übernehmen. Drittes Mitglied der Geschäftsleitung ist die bisherige Leiterin Finanzen und Administration der Spitex Linth, Yvonne Moos. Mit diesem Powertrio wird nochmals ganz
bewusst in die Qualität und Zukunftsentwicklung der ambulanten Pflege in der Region investiert.


Peter Göldi

ist Präsident und Gründungsmitglied der Spitex Linth, welche 2016 aus vier Vorgängerorganisationen gebildet wurde. Er ist Geschäftsführer der Region Zürichsee-Linth. 2001 bis 2016 war er Gemeindepräsident von Gommiswald, wo er die Vereinigung mit den Nachbargemeinden Rieden und Ernetschwil leitete und die neu gebildete Einheitsgemeinde präsidierte. 2003 bis 2020 vertrat Göldi den Wahlkreis See & Gaster im St.Galler Kantonsrat, den er 2016/2017 präsidierte. Göldi ist in Rapperswil-Jona aufgewachsen, verheiratet und Vater von drei erwachsenen Kindern.