Plötzlich meldet sich das Schweizer Fernsehen und kündet den Besuch der Moderatorin Mona Vetsch an. Was nun? «Wir haben intern in der Geschäftsleitung zuerst beraten, wie wir mit der Anfrage umgehen sollten», sagt Elisabeth Schletti, Leiterin Zentrale Dienste und Mitglied der Geschäftsleitung bei der Spitex Burgdorf-Oberburg. «Schnell war klar: Wir machen mit!» Dann ging es los mit der Vorbereitung: Es wurden viele Abklärungen getroffen, zusammen mit der Produzentin eine geeignete Mitarbeiterin gecastet, mit Kundinnen und Kunden verhandelt – und dann wurde drei Tage lang gedreht.

Wie ist es zur Zusammenarbeit mit Mona Vetsch gekommen?
Elisabeth Schletti: Wir haben plötzlich einen Anruf vom Schweizer Fernsehen bekommen – und waren erstaunt, warum sich die Leute vom Fernsehen ausgerechnet bei uns gemeldet haben. Sie haben eine Spitex-Organisation gesucht, die ein ländliches und ein städtisches Umfeld aufweist. Und da die Produzentin ein Bernerin ist, dachte sie wohl, dass Burgdorf sich gut eignen würde. Wir haben intern in der Geschäftsleitung zuerst beraten, wie wir mit der Anfrage umgehen sollten. Doch schnell war klar, dass wir mitmachen wollten. Wir kannten die Sendung und wussten: Das ist seriös. Zudem ist es eine Möglichkeit, das Berufsbild der Pflege und die Arbeit der Spitex einem breiten Publikum näher zu bringen. Vorausgesetzt natürlich, dass auch die Mitarbeitenden hinter dem Entscheid stehen.


«Mona Vetsch hat den Spitex-Job ausgezeichnet gemacht.»

Elisabeth Schletti, Leiterin Zentrale Dienste, Mitglied der Geschäftsleitung Spitex Burgdorf-Oberburg.


Dreh während dreier Tage

Wie ging es dann weiter?
Hinter den Kulissen lief viel: Wir hatten Kontakt mit unserem Vorstand, mit dem kantonalen Spitex Verband und mit Spitex Schweiz. Dann haben wir eine ausserordentliche Mitarbeiterversammlung durchgeführt. Wir haben unsere Absicht erklärt und erläutert, dass wir gerne mitmachen würden. Und auch, dass es wohl zu einer Mehrbelastung kommt. Denn es waren drei Drehtage anberaumt. Die Reaktionen waren positiv und der Entscheid definitiv.

Haben Sie die Sendung mit Mona Vetsch selbst vorbereitet?
Nein. Das Konzept der Sendung «Mona mittendrin» ist ja, dass Mona Vetsch gar nicht weiss, wohin sie geht. Sie bekommt einen Gegenstand, der ihr einen Hinweis gibt. Bei uns war das ein blauer Überzugsschuh. Wir haben die Sendung mit der Produzentin vorbereitet. In gemeinsamen Gesprächen haben wir geklärt, was überhaupt möglich ist. Wir wollten möglichst viele Aspekte zeigen, die eine diplomierte Pflegefachfrau in ihrem Alltag bei der Spitex begegnet. Anspruchsvoll war auch, dass Mona Vetsch einerseits wirklich mitarbeiten sollte. Anderseits brauchte sie ausreichend Zeit für Gespräche.

Der Spitex zuliebe mitgemacht

Wie haben Sie die Mitarbeiterin ausgewählt, die Mona Vetsch begleitet hat?
Es gab eine Art Mini-Casting mit der Produzentin. Fünf Personen haben dort mitgemacht. Die Produzentin hat dann entschieden, wer die «Hauptrolle» neben Mona Vetsch übernimmt. Viel anspruchsvoller war die Auswahl der Kundinnen und Kunden. Es war klar, dass wir echte Einsätze machen wollten. Wir bekamen viele Absagen. Am Ende haben wir doch genügend Personen gefunden, die mitgemacht haben. Eine Kundin hat gesagt: «Eigentlich will ich nicht mitmachen. Doch die Spitex ist eine tolle Sache. Das muss man zeigen. Der Spitex zuliebe mache ich mit!» Das hat uns sehr gefreut. Vor dem Dreh hat die Produzentin alle Kundinnen und Kunden persönlich besucht und hat mit ihnen gesprochen. Das hat uns gezeigt, wie sorgfältig das Fernsehen arbeitet.

Wie hat sich die Spitex auf die Drehtage vorbereitet?
Wir haben massiv mehr Personal eingeplant und so allen Personen, die beim Dreh mitgewirkt haben, den Rücken freigehalten. Wo gedreht wurde, hat ein Einsatz natürlich viel länger gedauert, wie üblich.

Wie haben Sie Mona Vetsch erlebt?
Ich habe sie nur kurz gesehen. Sie ist empathisch, natürlich, interessiert – sympathisch und positiv. Unsere Mitarbeitende hat nach den Dreharbeiten berichtet, dass es drei bereichernde und schöne, aber auch anstrengende Tage waren.

«Wann kommt denn diese Mona Vetsch?»

Wie haben die Kundinnen und Kunden auf den Besuch reagiert?
Es hat alles gut funktioniert, so wie wir das geplant hatten. Nirgendwo gab es Probleme. Auch Mona Vetsch hat ihren Spitex-Job ausgezeichnet gemacht: Natürlich hat sie ebenfalls bei ihren Einsätzen eine Maske getragen, die Haare zurückgebunden und eine Spitex-Oberteil getragen. So eingekleidet ist sie zusammen mit unserer Mitarbeiterin zu einer Kundin und beide haben angefangen mit der Spitex-Arbeit. Nach einer geraumen Zeit hat die Kundin sich erkundigt, wann denn diese Mona Vetsch komme, die man ihr angekündigt habe. Sie hatte Mona nicht erkannt.

Was hat Sie besonders beeindruckt beim Besuch von Mona Vetsch?
Verschiedenes. Einmal die Persönlichkeit von Mona Vetsch. Dann die grosse Sorgfalt der Produzentin, vom Kameramann und vom Tontechniker. Man hat sofort gemerkt, dass hier Profis am Werk sind, die wissen, was sie tun. Die denken alle in Bildern – bei denen geht der Film schon im Kopf ab, das war neu für mich. Und interessant. Sie wissen genau, was das Fernsehpublikum sehen will und was nicht funktioniert. Ich durfte viel lernen.

Was denken Sie: Gewinnen sie neue Mitarbeitende dank dieser Werbung für Ihre Spitex-Organisation?
Wir hoffen natürlich, dass die Sendung dazu beiträgt, ein positives, spannendes Berufsbild der Spitex-Pflegenden zu zeigen und die Arbeit bei der Spitex schmackhaft zu machen.


Sendehinweis

«Mona mittendrin» wird voraussichtlich am Mittwoch, 3. November 2021, um 21 Uhr, ausgestrahlt.


Elisabeth Schletti

arbeitet seit 19 Jahren bei der Spitex Burgdorf-Oberburg und ist seit 2020 als Leiterin Zentrale Dienste und Mitglied der Geschäftsleitung tätig. In dieser Funktion ist sie auch fürs Personalwesen zuständig. Die Spitex Burgdorf-Oberburg zählt rund 70 Mitarbeitende.
Die Ferien verbringt Elisabeth Schletti gerne in der Natur, sei es beim Bergeerklimmen, Orientierungslauf oder unterwegs mit dem Bike.