Genf: Eine Spitex für den ganzen Kanton
Und wo die Spitex in der Westschweiz anders tickt.
Gast: Nicolas Huber, Aussenbeauftragter IMAD
Host: Martin Radtke, Co-Herausgeber Spitex-Drehscheibe
Wer an Spitex denkt, denkt meist an die Deutschschweiz. Nikolas Huber schaut dagegen von Genf aus auf die Branche. Und dort funktioniert einiges anders.
Nicolas Huber ist Verantwortlicher für Aussenbeziehungen bei IMAD, der öffentlichen Spitex-Organisation des Kantons Genf, und Vorstandsmitglied von Spitex Schweiz. Er spricht über die Besonderheiten der Westschweiz und erklärt, weshalb die Romandie nicht nur sprachlich eigene Wege geht.
Schon der Begriff «Spitex» ist dort kaum verbreitet. Stattdessen tragen die Organisationen unterschiedliche Namen. «In der Deutschschweiz ist die Marke Spitex sehr bekannt», sagt Nicolas Huber. «In der Romandie nicht.»
Auch die Strukturen unterscheiden sich. Während viele Deutschschweizer Organisationen lokal oder regional organisiert sind, gibt es in Genf genau eine öffentliche Organisation für den ganzen Kanton. Rund 2’500 Mitarbeitende arbeiten bei IMAD. Neben Pflegeleistungen gehören auch Mahlzeitendienste, betreute Wohnungen oder spezialisierte Angebote dazu.
Die Grösse habe Vorteile, sagt Huber. Spitäler oder Ärztinnen und Ärzte hätten nur eine Ansprechpartnerin. Prozesse könnten einfacher vereinheitlicht werden. Gleichzeitig sei IMAD eng mit dem Staat verbunden. Die Organisation hat denselben Status wie das Universitätsspital Genf und arbeitet direkt mit dem Gesundheitsdepartement zusammen.
Auch personell ist Genf speziell. Über die Hälfte der Mitarbeitenden lebt in Frankreich. Unterschiedliche Kulturen seien deshalb Alltag. «Wir versuchen vor allem, eine gemeinsame IMAD-Kultur zu entwickeln», sagt Huber.
Für die Zukunft sieht er die Branche vor grossen Herausforderungen. Die Pflege werde komplexer, Spezialisierungen wichtiger. Kleine Organisationen könnten dabei zunehmend unter Druck geraten. Entscheidend sei deshalb der Austausch untereinander. Oder wie Nicolas Huber sagt: «Die Gesamtbranche muss stark sein.»
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Spitex-Welten – eine wilde Zusammenarbeit von Better Nursing und der Spitex-Drehscheibe. Zwei Poweradressen, wenn es um die Spitex-Expertise und die Spitex-Landschaft geht.
