Temporärarbeit in der Spitex

Temporärarbeit in der Spitex


Und die Frage, ob Temporärarbeit eine Chance oder eine Notlösung ist?


Gast: Dr. Florian Liberatore, Dozent am Winterthurer Institut für Gesundheitsökonomie
Host: Jennifer Kummli, Gründerin und Inhaberin Better Nursing


Temporärarbeit polarisiert – auch in der Spitex. Dr. Florian Liberatore, Dozent am Winterthurer Institut für Gesundheitsökonomie, spricht darüber, welchen Stellenwert der Temporärmarkt heute tatsächlich hat. Sein nüchterner Blick überrascht: Der Anteil temporär Pflegender liegt schweizweit bei rund zwei Prozent. Und doch ist das Thema im Alltag vieler Organisationen sehr präsent.

Gerade in der Spitex kann Temporärarbeit gut funktionieren. Pflegefachpersonen arbeiten selbstständig, tragen viel Eigenverantwortung und können – mit der richtigen Erfahrung – rasch produktiv eingesetzt werden. Entscheidend ist nicht, ob jemand temporär arbeitet, sondern wie gut Einführung, Erwartungen, Prozesse und Qualitätsstrukturen organisiert sind. In unterbesetzten Situationen kann eine temporäre Fachperson die Versorgung sogar deutlich stabilisieren.

Spannend ist der Blick auf die Motivation der Temporärarbeitenden. Viele suchen nicht primär einen höheren Lohn, sondern Flexibilität: kleine Pensen, Vereinbarkeit mit Familie, Weiterbildung oder eigenen Projekten. Andere schätzen bewusst die Distanz zum «Organisationsbetrieb». Temporärarbeit hält damit Fachpersonen im Beruf, die in klassischen Anstellungen längst ausgestiegen wären.

Für Spitex-Organisationen liegt hier eine wichtige Lernchance. Der Temporärmarkt zeigt klar, welche Arbeitsmodelle heute gefragt sind: flexible Pensen, digitale Dienstplanung und Verständnis für unterschiedliche Lebensphasen. Wer diese Bedürfnisse aufnimmt, kann Mitarbeitende langfristig binden und die Abhängigkeit von Agenturen reduzieren.

Temporärarbeit wird bleiben – nicht als Ersatz, sondern als sinnvolle Ergänzung stabiler Teams. Strategisch eingesetzt, kann sie stabilisieren statt destabilisieren.



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Spitex-Welten – eine wilde Zusammenarbeit von Better Nursing und der Spitex-Drehscheibe. Zwei Poweradressen, wenn es um die Spitex-Expertise und die Spitex-Landschaft geht.