2005 wurde die Association Spitex privée Suisse ASPS mit 4 Mitgliedern in Bern gegründet. Der erste Präsident war Nationalrat Rudolf Joder aus dem Kanton Bern. Seit 2015 wird der Verband durch Ständerat Pirmin Bischof aus dem Kanton Solothurn präsidiert. Heute sind es 272 Organisationen, die sich mit ihren rund 12’000 Mitarbeitenden dem Verband angeschlossen haben. Über 90 % der geleisteten Stunden privater Organisationen werden durch ASPS-Mitglieder erbracht. Die Marktanteile unter Einbezug aller Spitex-Organisationen sind je nach Kanton und Region sehr unterschiedlich. Von rund 5 % in Kanton Freiburg bis gegen 50 % in den Kantonen Basel-Stadt und Genf. Private Organisationen sind in den meisten Kantonen systemrelevant.

Der Verband Association Spitex privée Suisse ASPS wurde im 2005 vom Marktleader Spitex Stadt und Land angeregt, weil sich die privaten Organisationen politisch nicht vertreten fühlten. Verhandlungen mit der damaligen Leitung von Spitex Schweiz scheiterten als man eine private Sektion als Teil ihres Verbandes gründen wollte. Entsprechend blieb nur der Alleingang übrig. Die Geschäftsstelle wird seit Beginn an vom Kommunikationsspezialisten Marcel Durst geführt.

Steiniger Weg

In den ersten Jahren nahm die Politik und das Umfeld im Gesundheitswesen die Existenz der ASPS wenig bis gar nicht wahr. Nach rund 6 bis 7 Jahren nahmen das BSV und das BAG die ASPS zur Kenntnis. Einladungen zu Gesprächen im Umfeld der ambulanten Pflege folgten. Auch wurde der Verband zur Stellungnahme im Rahmen von Vernehmlassungen eingeladen. Heute ist die ASPS in der Branche und in der Politik anerkannt. Dem Verband wird zugehört und Einflussnahmen sind möglich. Zusammen mit Spitex Schweiz verhandelt die ASPS den Administrativertrag mit den Krankenkassen-Verbänden. Auch bei der IV und der SUVA sind beide Verbände involviert, wenn es um Tarifverhandlungen geht. Grundsätzlich ist heute die Zusammenarbeit auf den verschiedensten Ebenen sehr gut. In den Kantonen, wenn es um die Restfinanzierung geht, im Rahmen der IG Pflegefinanzierung zusammen mit den anderen Leistungserbringerverbänden. Zusätzlich bringt sich die ASPS auch als Mitglied bei Economiesuisse, dem Schweiz. Gewerbeverband und dem Bündnis Freiheitliches Gesundheitswesen aktiv ein. Wichtig sind auch die Kommissions- und Arbeitsgruppen in den verschiedenen Kantonen. Sei dies in der Steuerungsgruppe im Kanton Aargau, der Resonanzgruppe im Kanton Zürich, den Leistungsvertrags-Verhandlungen im Kanton Bern, der Commission de coordination du réseau im Kanton Genf etc.

Branchenvertretung immer wichtiger

Die ambulante Pflege muss als Ganzes gestärkt und weiter professionalisiert werden. Der ASPS ist es wichtig, dass, zusammen mit Spitex Schweiz, die Branche inhaltlich möglichst einheitlich kommuniziert. Nur so lassen sich die Stakeholder überzeugen. Die Herausforderungen der Zukunft meistern.

Entsprechend ist es sehr störend, dass in gewissen Kantonen den privaten Organisationen durch die Politik und die Kantonalen Verbände der öffentlichen Organisationen «Steine» in den Weg gelegt werden. Den ASPS-Mitgliedern zustehende Restfinanzierungsbeiträge vorenthalten werden.

Ideale Ergänzung

Es ist heute unbestritten, dass die privaten Anbieter in den meisten Kantonen systemrelevant sind. Die beiden Geschäftsmodelle «Touren» mit Versorgungspflicht der öffentlichen Spitex-Organisationen und «Bezugspflege» der Privaten ergänzen sich optimal. Während die Öffentlichen den Grossteil des «Tagesgeschäfts» abdecken inklusive vieler Kurzeinsätze, erledigen die Privaten die kombinierten Pflege-Aufträge mit Hauswirtschaft und Betreuung.

Innosuisse-Projekt  – Hochschule Luzern mit inakzeptablem Vorgehen

Die Hochschule Luzern lässt sich von öffentlichen Spitex-Organisationen (indirekten Steuergeldern) und mit Steuergeldern von Innosuisse (früher KTI) das Projekt «Kennzahlensysteme und Kostenmanagement in der Spitex» finanzieren. Auch aus der Sicht der ASPS ein gutes Projekt um aufzuzeigen, was es braucht eine Spitex-Organisation im heutigen Umfeld professionell betreiben zu können und gleichzeitig einen Benchmark zu hinterlegen, welcher der Branche aufzeigt, wo Verbesserungspotential vorhanden ist. Die Weigerung der Hochschule Luzern die privaten Organisationen vollwertig ins Projekt zu integrieren, ist inakzeptabel und macht das Projekt in gewisser Weise wertlos, weil nicht die ganze Branche und die beiden Geschäftsmodelle mit ihren Vor- und Nachteilen abgebildet werden.

Zukunft beginnt heute

Die ASPS wünscht sind, dass die Zusammenarbeit im Gesundheitswesen verbessert wird. Die Partikularinteressen der einzelnen Leistungserbringer etwas zurückstehen um Lösungen zu finden. Hier möchte die ASPS, in enger Zusammenarbeit mit Spitex Schweiz, einen Beitrag leisten. Dazu gehört, dass die Politik fähig ist etwas abzuschaffen, was nicht funktioniert, was der Markt nicht braucht. Ein Beispiel dafür ist die Akut- und Übergangspflege (AÜP), welche mit 0,2% im 2015 der geleisteten ambulanten Pflegestunden keinem Bedarf entspricht.

Wichtig für die Zukunft wird sein, dass die Versorgung der Bevölkerung mit qualitativ guter ambulanter Pflege sichergestellt werden kann. Auch in Kenntnis der demografischen Entwicklung. Dafür braucht es gestärkte öffentliche wie auch private Spitex-Organisationen, die sich optimal in einem durchgängigen System ergänzen.


Die Association Spitex privée Suisse ASPS vertritt die privaten Spitex-Organisationen in der ganzen Schweiz. Die Hauptaufgaben sind die Einflussnahme im Rahmen der politischen Auseinandersetzungen, zum Beispiel in den Bereichen Pflegefinanzierung, KVG-Revision sowie die Integration psychiatrischer Krankenpflege in der Spitex usw. Weitere Themen sind die Gleichstellung gegenüber den öffentlich rechtlichen Spitex-Organisationen und eine systematische Medienarbeit. Wichtig sind die umfassenden Dienstleistungen gegenüber den Mitgliedern wie Rechtsberatung, Coaching, OPAN, Sozialversicherung, etc. Das ASPS-Gütesiegel zeichnet den hohen Dienstleistungsstandard der Mitglieder gegen aussen aus.