Kernaufgabe der Spitex-Verbände ist, ihre Basisorganisationen zu unterstützen. Aber auch für Behörden sind die Verbände unverzichtbare Ansprechpartner. Gerade während der Pandemie bündeln sie die Anliegen ihrer Basisorganisationen. Und helfen bei Vorgaben mit Interpretationsspielraum, dass diese in der Praxis einheitlich umgesetzt werden.

Durch die Pandemie sind die Anforderungen an die Spitex-Organisationen in vielfältiger Weise stark gestiegen. Die sich laufend ändernden Vorgaben verlangen Flexibilität, die Kosten steigen, das Personalmanagement ist anspruchsvoller. Spitex-Organisationen müssen genau und aktuell darüber informiert sein, was sie wie leisten müssen, damit ihre Leistungen rechtlich korrekt und qualitativ gut sind.

Missverständnisse sofort klären

Die Pandemie bringt es mit sich, dass behördliche Entscheide schnell umgesetzt werden müssen. Gleichzeitig lassen die Vorgaben oft Interpretationsspielraum. Das kann Missverständnisse schaffen und zu Verunsicherungen führen. Es ist unabdingbar, dass Spitex-Organisationen mit ihren Fragen an die Behörden gelangen können.

Hier leisten Spitex-Verbände einen wertvollen Beitrag. Sie bündeln die Anfragen der Spitex-Organisationen und entlasten damit auch die Behörden.

Kanton Bern: direkter Zugang zum Gesundheitsdirektor

Das Beispiel Kanton Bern zeigt, wie das sehr gut funktionieren kann. Seit fast einem Jahr lädt der Kanton Bern die Verbände der Leistungserbringenden zu einem wöchentlichen Austausch per Skype ein. Vor den Bildschirmen sitzen Vertreterinnen und Vertreter von Heimen, Spitälern, Spitex, Apotheken und Ärzten. In jeweils rund einer Stunde informieren Regierungsrat Pierre Alain Schnegg und Kantonsärztin Linda Nartey über die aktuellen Entwicklungen und geplante Massnahmen. Verlangt es die Aktualität, kommen auch andere Kantonsvertreter zu Wort, zum Beispiel seit einigen Wochen regelmässig der Projektleiter des kantonalen Impfkonzepts.

Nach der Information hat jeder Verband der Leistungserbringenden die Gelegenheit seine Wünsche und Fragen, die sich im Verlauf der Woche aufgrund von Rückmeldungen durch die Mitglieder oder im Zuge von politischen Entwicklungen ergeben haben, anzusprechen und zu klären. Auf diese Weise kommen die Anliegen der Leistungserbringenden rasch an die richtige Stelle und werden direkt, unkompliziert und auf kurzem Weg beantwortet.

Die ASPS informiert im Anschluss an die Videokonferenz ihre Mitglieder direkt. Die Rückmeldung der Spitex-Organisationen zeigt: Sie schätzen es sehr, dass sich der Gesundheitsdirektor und die Kantonsärztin Woche für Woche Zeit für sie nehmen, um sich persönlich ihren Fragen, Wünschen und Anliegen zu stellen.

Wert des direkten Dialogs erkannt

In vielen Kantonen ist der Dialog zwischen Spitex-Verbänden und Behörden inzwischen ähnlich gut organisiert und etabliert. Es hat sich die Einsicht durchgesetzt, dass gerade während der Pandemie ein direkter Dialog unverzichtbar ist.