Chatbot und Spitex, wie geht das? Schon von „ChatGPT“ gehört? In den letzten Wochen war dies das grosse Thema. Aber was ist „ChatGPT“? Es ist eine auf künstlicher Intelligenz basierende Software. Hinter dem Online-Tool stecken Elon Musk mit der von ihm gegründeten Forschungseinrichtung OpenAI und der Informatiker Sam Altman. „ChatGPT“ soll Menschen bei der Beantwortung ihrer Fragen helfen und ihnen bei ihren Bedürfnissen und Anliegen assistieren. Es ist also keine echte Person, sondern eine künstliche Intelligenz, welche menschliche Konversationen simulieren soll.

Chatbot und Spitex, wie geht das? In der Ostschweiz haben wir ein Projekt gefunden, welches Technik und Spitex zusammenbringt. chatbot42.ch ist ein Pilotprojekt, an dem die Gemeinde Wittenbach, Pro Senectute, obvita, das Alterszentrum Kappelhof AG und die Spitex RegioWittenbach beteiligt sind. Zusätzlich wird das Projekt von der Age Stiftung im Rahmen des Programms Socius begleitet und finanziert. Was ist chatbot42.ch? Warum beteiligt sich die Spitex an diesem Projekt? Diesen Fragen stellt sich Stefanie Maselli , Geschäftsleiterin der Spitex RegioWittenbach.


Wer gab den Anstoss zur Lancierung des chatbot42.ch?

Stefanie Maselli: Die Spitex RegioWittenbach, die Alterszentrum Kappelhof AG und die Pro Senectute pflegen eine gute Zusammenarbeit im Bereich der Alterspflege in Wittenbach. Diese Zusammenarbeit wollten wir noch besser vernetzen und für die Nutzerinnen und Nutzer in der Koordination der Dienstleistungen vereinfachen. Auch für die Gemeinde und deren Altersstrategie ist eine Vernetzung der Dienstleistungen ein Gewinn und deshalb unterstützte uns die Gemeinde, namentlich Gemeindepräsident Oliver Gröble, bei der Wettbewerbseingabe unsres Projekts bei der Age-Stiftung: Chatbot42- eine sorgende Gemeinschaft auch digital vernetzt.

Woher kommt der Name chatbot42.ch und was bedeutet die Zahl 42?

Im Film «per Anhalter durch die Galaxis» wird der Computer, also das «Masterbrain», beauftragt, «die Antwort auf alle Fragen» zu geben. Das Resultat ist «42».


«Die Spitex ist ein wichtiger Partner im Gesundheitssystem einer Gemeinde oder Region»

Stefanie Maselli Burkhard


Warum hat die Spitex mitgemacht?

Im Alltag kommen viele Anfragen von Klientinnen, Klienten und Angehörigen zu uns. Wir erleben uns oft als «Drehscheibe» und koordinieren die Dienstleistungen, übernehmen die Funktion eines «Case-Managements». Es ist also naheliegend, dass wir in diesem Prozess federführend dabei sind.

Wie lief die Zusammenarbeit unter den fünf Projektpartnern?

In mehreren Workshops haben wir mit Hilfe der «Design-Thinking-Methode» die Bedürfnisse der Nutzerinnen und Nutzer erfragt und zusammengetragen. Es war uns wichtig, die Bedürfnisse der Nutzerinnen abzubilden und die Fragen anhand dieser Bedürfnisse im Chatbot zu stellen. Dies ist nicht immer zwingend «logisch» aufgebaut für die Professionals.

Wir haben die Zusammenarbeit in der Erarbeitung des Projekts als sehr bereichernd und kreativ erlebt. Als Nebeneffekt haben wir auch die Werte und Normen der beteiligten Institutionen kennen und schätzen gelernt. Die Zusammenarbeit untereinander hat sich noch mehr intensiviert und verbessert.

Das Angebot besteht noch nicht sehr lange. Was sind die Erfahrungen bis heute?

Der «Chatbot42» ist seit ca. Juni 2022 auf unseren Websiten aufgeschaltet. Im November hat ein Netzwerkanlassen für interessierte Anbieterinnen und Anbieter stattgefunden. Um eine Bilanz zu ziehen, ist es noch zu früh. Wir haben aber überregional aus verschiedenen Fachkreisen Anfragen zu unserem Projekt erhalten.

Mit einem Chatbot gehen die teilnehmenden Organisationen den digitalen Weg. Warum?

Digitalisierung ist ein «Megatrend», diesem wollten wir gerecht werden. Es ermöglicht der Nutzerin und dem Nutzer einfach und anonym erste Informationen ortsunabhängig zu erhalten.

Was bringt der chatbot42.ch den Nutzerinnen, den beteiligten Organisationen und den Dienstleistern?

Nutzerinnen/Nutzer:  Information und direkte Ansprechpartner in ihrer Region, lokale Informationen über Veranstaltungen/Angebote in der Region

Anbieterinnen/Anbieter: gute Möglichkeit, das Angebot bekannt zu machen (Stichwort «Marketing»), Akquisition von neuen Kundinnen, regionale Kooperation mit anderen Anbietern fördern etc.

Der chatbot42.ch wirkt noch sehr einfach. Gibt es bereits Ideen für den Ausbau?

Entwicklungsmöglichkeiten sehen wir noch viele:

  • Barrierefreie Nutzung
  • verschiedenen Sprachen
  • «Entscheidungsbäume» erweitern
  • auf andere Regionen übertragen
  • eine Art «Qualitätszertifikat» implementieren
  • Rückmeldungen/Rezensionen erhalten
  • etc.

Stefanie Maselli Burkhard

ist seit April 2018 Geschäftsleiterin der Spitex RegioWittenbach. Sie weist eine 25-jährige Berufs- und Führungserfahrung als Pflegefachfrau HF im Spital auf. Dann erfolgte der bewusste Wechsel zur Spitex, um die „andere Seite“ des Gesundheitswesens kennenzulernen. Sie ist überzeugt, dass die Spitex mit deren Leistungen und Angeboten zukünftig eine noch wichtiger und prägendere Rolle innerhalb des Gesundheitssystems übernehmen wird. Und damit endlich als vollwertiger Partner in der Gesundheitsversorgung wahrgenommen wird.


Ein Chatterbot, Chatbot oder kurz Bot ist ein textbasiertes Dialogsystem, welches das Chatten mit einem technischen System erlaubt. Er hat je einen Bereich zur Textein- und -ausgabe, über die sich in natürlicher Sprache mit dem System kommunizieren lässt. Chatbots können, müssen aber nicht in Verbindung mit einem Avatar benutzt werden. Technisch sind Chatbots näher mit einer Volltextsuchmaschine verwandt als mit künstlicher oder gar natürlicher Intelligenz. Mit der steigenden Computerleistung können Chatbot-Systeme allerdings immer schneller auf immer umfangreichere Datenbestände zugreifen und daher auch intelligente Dialoge für den Nutzer bieten. Solche Systeme werden auch als virtuelle persönliche Assistenten bezeichnet.

Quelle: Wikipedia

Möchten Sie sich auch einmal mit der KI von OpenAI unterhalten und ihr Fragen stellen? Dafür müssen sie auf https://chat.openai.com/auth/login zuerst einen kostenlosen Account erstellen und eine E-Mail und ihre Handynummer angeben. Die Handynummer ist deshalb notwendig, weil Sie nach der Anmeldung einen Zugangscode per SMS erhalten.  

Chatbot und Spitex, wie geht das?